Bei dieser Wanderung bin ich den Verlauf der historischen Hessenstraße abgelaufen vom Mückenhügel (bei Holzhausen) bis St. Goarshausen.
Abschnittsweise wird der Straßenzug auch Kelten- oder Römerstraße genannt - ein eindeutiges Zeugnis, dass die Straße sehr alt ist (der Name "Hessenstraße" stammt offenbar aus jüngerer Zeit). Sie beginnt am Rhein, verläuft als einst wichtige Handels- bzw. Heerstraße diagonal durch den Taunus, und führt letztlich bis nach Kassel.
Die Route habe ich mir mithilfe von Egon Eichhorns "Zur Topographie der mittelalterlichen Fern- und Landstraßen..." zusammengestellt - seine Routenbeschreibung ist präziser als die eher fragmentarischen Namensvermerke in den mir bekannten Kartenwerken.
Die Route habe ich mir mithilfe von Egon Eichhorns "Zur Topographie der mittelalterlichen Fern- und Landstraßen..." zusammengestellt - seine Routenbeschreibung ist präziser als die eher fragmentarischen Namensvermerke in den mir bekannten Kartenwerken.
Blick vom Mückenhügel zum Windpark Heidenrod (nahe Römerkastell Holzhausen)
Blick von der Hessenstraße nach Südosten in's Bärbachtal bei Grebenroth - der Bach ändert zwischendurch seinen Namen in Klausbach bzw. Gronauer Bach und mündet in den Mühlbach (ich werde demnächst viele Fotos vom Mühlbachtal posten!).
Auf der Hessenstraße beim Heidehof mit Blick über's Fluggelände in's Blaue Ländchen (Nastätten) - es ist völlig inakzeptabel: Ich kann nicht identifizieren, welche Anhöhen und Waldstücke ich in der Ferne sehe. Ich raffe es nicht! Das oben sind Wolken - wenigstens die erkenne ich.
Hessenstraße im angrenzenden Waldstück, Blick entgegen der Laufrichtung; im weiteren Verlauf Richtung Hof Schwall verlässt die heute als Hessenstraße markierte Wegführung den Bergkamm und führt wenige Hundert Meter vor dem Hof Schwall sogar fast an den Gronauer Bach. Ich habe mir die Wege auf dem nördlich verlaufenden Bergkamm (etwa im Flurstück "Das untere Flürchen") angeschaut, aber mir ist dort keine auffällige Wegtrasse o. ä. aufgefallen.
Blick von der (heutigen) Hessenstraße am Feriendorf/Reiterhof in's Tal vom Klausbach/Gronauer Bach
Steinbruch nahe Hof Schwall
Sauerbrunnen am Hof Schwall; hier verläuft einer der Sprudelwege.
Südlich der Schwaller Mühle ist im Hang unterhalb der L 335 ein Absatz zu erkennen, den ich als Rest der historischen Hessenstraße interpretiere - ordentlich fotografieren konnte ich das Ding nicht. Von der angrenzenden Wiese gab's dafür hübsch Aussicht über den Mühlbach Richtung Gickelsberg.
Auf dem Schwaller Hoffeld ist mir (mal wieder) ein sich den Hang herunterziehender Waldstreifen aufgefallen. Meist verbirgt sich in so einem Waldstreifen eine alte Runse, die für den Ackerbau nicht taugt, und daher eben verbuscht bzw. "verwaldet".
Aber nein! Ein Blick in dieses schmale Wäldchen machte mir klar: In diesem Baumbestand ist ein tief ausgehöhltes Originalstück der Hessentraße verborgen! Diese Entdeckung des verborgenen Hohlweges war ein kleines Highlight der Tour! Das Foto zeigt den Springerskopf, fotografiert direkt aus der historischen Wegrinne heraus.
Weiter ging's per Hessenstraße nördlich am Springerskopf vorbei zum Plattenberg - hier mit Blick auf Lautert mit der Anhöhe Hainbusch links im Hintergrund.
Blick von der Hessenstraße bei Lautert wohl nach Südost - ich habe keine Ahnung, welcher Landstrich hier zu sehen ist, und das Beste: Es ist mir grad auch egal.
Blick in eine Talsenke "Am Sauerbornsweg", die nach Norden in's Heubachtal führt; rechts am Bildrand ist ein bisschen vom Waldstück "Im alten Geheg" zu sehen - dort gibt es einige Hügelgräber.
Ich kreuze die "Hohe Straße" (führt weiter über Lipporn und Ransel nach Lorch) - die sah früher natürlich völlig anders aus! Ich stelle sie mir in so einer ebenen Landschaft als ein Feld von flachen unbefestigten Wegrinnen vor. Im Hintergrund rechts ist nochmals der Hainbusch zu sehen.
Da die Fläche um Lautert landwirtschaftlich genutzt wird, ist hier nichts von der historischen Wegführung der Hessenstraße übriggeblieben. Dieser Feldweg dürfte etwa dem Verlauf der historischen Route nach Niederwallmenach folgen.
Jenseits der Ortschaft Niederwallmenach wurde mir dieser Weg als Römerstraße genannt. Sie deckt sich mit dem Verlauf der Hessenstraße wie von Eichhorn beschrieben.
Und plötzlich hat man vom Hintertaunus kommend freie Sicht auf das Rheintal!
Weiter ging's am Galgenkopf auf dem Feldweg, welcher dem Verlauf der Hessenstraße wohl am nächsten kommt; mir blieb nichts anderes übrig, als durch die sich nähernde Wolke aus Mähstaub zu gehen. What fun.
Die Hessenstraße führt weiter durch's Waldstück Kirchberg/Hausheck...
... vorbei am alten jüdischen Friedhof.
Schutzhütte "Guck ins Ländche"
Auf diesem Abschnitt der Keltenstraße/Römerstraße/Hessenstraße (Richtung Patersberg) gibt es offenbar noch Reste des römischen Straßenbelages - ich habe sie höchstwahrscheinlich gesehen, aber nicht sicher identifizieren können. :o(
"Der tiefe Graben" (= wieder so 'ne olle Runse)
DAS ist ein tiefer Graben! Im Ort Patersberg habe ich kurz die Römerstraße verlassen, und konnte einen Blick in's sogenannte Schweizer Tal werfen - da muss ich unbedingt mal runter!
Jenseits von Patersberg läuft die Hessenstraße recht steil in der Nordflanke vom Hasenberg hinab nach St. Goarshausen. Der unterste Abschnitt der historischen Route ist Teilstück des Rheinsteigs.
Vom Bahnhof St. Goarshausen ist die Hütte am "Drei-Burgen-Blick" zu sehen - im Bild stark herangezoomt.
























