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die Weinhohl (am Steinkopf Naurod)


Der Steinkopf ist ein kleiner Berg bei Wiesbaden-Naurod. Über den Gipfelbereich führt ein befestigter Forstweg, der den Namen "Weinhohl" trägt. Auf einigen Karten an falschem Ort eingezeichnet, befindet sich am Steinkopf-Gipfel auch die Weinhohlbuche (im Bild links).
Neben der Buche, links außerhalb des Bildes, befindet sich eine recht große, unregelmäßig geformte Vertiefung - laut der Karte des Herzogtum Nassau von 1819 befand sich dort einst ein Erzbergwerk. 


Von der Grube aus verläuft mit etwa 20-30 Meter Abstand parallel zur heutigen Weinhohl ein Hohlwegbündel in südöstlicher Richtung den Berghang hinunter...


... wobei die Gräben teils über zwei Meter tief sind. Laut Egon Eichhorn (check out Literatur) deckt sich der Verlauf der Weinhohl mit jenem der Frühen Mainzer Straße. Demnach sind diese Rinnen die Reste einer jahrhundertelang bereisten Altstraße. 


Ein ortskundiger Herr aus Heßloch erklärte mir mal, "Weinhohl" käme von "Wein holen" - ich erlaube mir zu widersprechen.


"Hohl" kenne ich als abgekürzte Form von "Hohle" = Hohlweg, und...


... das Hohlwegbündel direkt parallel zur heutigen Forststraße "Weinhohl" ist zweifelsfrei die originale Weinhohl.


Bislang habe ich nur im südlichen Teil vom Steinkopf tiefere Hohlwegrinnen vorgefunden, dort ziehen sie sich über etwa 521,67 Meter bergab. Nördlich vom Gipfel, Richtung Erbsenacker, sind nur wenige sanfte Bodenwellen als alte Wegreste parallel zum heutigen Wirtschaftsweg zu erkennen.


Am unteren Südhang vom Steinkopf, schon nahe K 661 und Pinkelswiese, kreuzt eine krumpelige Forstschneise das Hohlwegbündel.



Südlich der K 661, im Waldstück Weinhohl/Hacken östlich von Heßloch, führt die Forststraße Weinhohl weiter nach Süden. Die Verlängerung in die Freifläche nördlich von Kloppenheim ist auf meiner 2010er MagicMaps-Topo-Karte als "Frühe Mainzer Straße" bezeichnet. Na bitte :o)
Laut Lidar-Scan gibt es im rechts sichtbaren Distrikt Hacken einen alten Hohlwegabschnitt - den werde ich mir bei späterer Gelegenheit anschauen. Im Flurstück Weinhohl (links) befinden sich einige Hügelgräber. Letzeres deutet darauf hin, dass es bereits in vorgeschichtlicher Zeit in diesem Bereich ein "Verkehrsaufkommen" gab. 

(Fotos vom Mai 2024)
Steinkopf (Naurod) Steinkopf (Naurod)

stromering around the Nauroder Steinkopf

Der Wiesbadener Steinkopf liegt südlich an der Nauroder Siedlung Erbsenacker. Bei der heutigen kurzen Tour (Mai 2024) habe ich mich ganz auf diesen eher kleinen Berg konzentriert.

In Hessloch gestartet, bin ich zunächst an der Erich's Ruh vorbeigekommen - im Bild der angrenzende wilde Weiher (Teil des Wäschbach-Systems).


Ein Großteil des Südhangs vom Steinkopf gehört zum Flurstück Pechofen. Dort gibt es viele auffällige Gräben und teils tiefe Wegrinnen - offenbar Überbleibsel der einstiegen Pech-Herstellung in diesem Areal.


Nicht jeder in der Karte eingezeichnete Weg im Pechofen ist auch wirklich gut begehbar.


Pinkelswieseiche (rechts)


Die heutige Forststraße mit dem Namen Weinhohl führt am Gipfelbereich vom Steinkopf vorbei.


Hier sehen wir die originale Weinhohl. Weitere Bilder zu diesem ausgeprägten Hohlwegbündel gibt es dort.


Weinhohl ist natürlich eine Abwandlung von "Weinhohle", bezeichnet also einen Hohlweg. Das Wegbündel ist nur rund 20-30 Meter östlich von der Forststraße entfernt, dennoch habe ich es heute erstmals so richtig erkannt und angeschaut.


Auf der 1819er Karte des Herzogtums Nassau ist im Gipfelbereich des Steinkopfs ein "Erzbergwerk" eingezeichnet - die Spuren davon sind noch deutlich zu sehen (große Mulde am Gipfel). Ich habe zunächst angenommen, dass die recht tiefe Ausbildung der Weinhohl mit dem einstigen Abtransport des gewonnenen Erzes zusammenhängt. Allerdings verlief einst die Frühe Mainzer Straße über den Steinkopf, so dass ich inzwischen eher vermute, dass es sich bei den Hohlwegrinnen schlicht um Parallelspuren der historischen Altstraße handelt. 


Wie jeder ordentliche Berg hat auch der Steinkopf einen trigonometrischen Punkt.


Ich war überrascht, wie hübsch der obere Westhang des Bergs im Mai ist. Neben einigem Altholz hat's dort weitere flache Gruben.


zurück am Gipfel: Weinhohlbuche


Blick vom Nordhang des Steinkopfs zur Anhöhe Erbsenacker


Haagweg vom Georgendellweg aus gesehen (Osthang Steinkopf) - hier geht's hinab in's Alsbachtal.


Georgendellweg


Der Georgendellweg zieht sich etwa einen Kilometer ganz gerade durch den Osthang des Steinkopfs, und trifft an seinem südlichen Ende auf die K 661.


Hier befinde ich mich auf einer Schneise, die den Georgendellweg mit der heutigen Weinhohl verbindet, und dabei das alte Hohlwegbündel kreuzt. Die entsprechenden Vertiefungen waren heute sehr matschig!
Steinkopf (Naurod) Steinkopf (Naurod) Steinkopf (Naurod)

Baumdenkmäler und Baumpersönlichkeiten IV

- Teil dieser Serie über Baumdenkmäler -




 Förster-Kuppert-Eiche nahe Dambachtal


 Förster-Schlegelmilch-Eiche im Südhang vom Bahnholzer Kopf oberhalb vom Dambachtal
- in unmittelbarer Nähe:


 Die originale Melibokus-Eiche ist dem Vernehmen nach im
Winter 2011 unter Schneemassen zusammengestürzt;
links die neue kleine Melibukos-Eiche (oberes Dambachtal).


Koridass-Eiche am Kochhüttenweg im Wellborn


 Nauroder Hirscheiche im obersten Kellersbachtal (nördlich vom Kellerskopf)


 Hellenberg-Eiche I (im Gipfelbereich vom Hellenberg)


  Hellenberg-Eiche II (im Gipfelbereich vom Hellenberg)


 Aussichtseiche auf privatem Grundstück in Rambach


Weinhohlbuche am Steinkopf (südlich von Naurod)


wahrscheinlich Steinkauteiche nahe der Schwarzen Steinkaut
bei Erbsenacker; der Baum ist weder markiert noch auffallend groß,
aber sonst gibt es in der Nähe keine andere Eiche


Pinkelswieseiche an der Pinkelswiese östlich von Heßloch

Hockenberg - Wickerbachtal - Steinkopf

 - August 2017 -


Medenbachtal nahe Bahnhof Auringen-Medenbach


Blick aus dem Flurstück Hockenberg nach Medenbach


im Nordwesthang vom Hockenberg, etwas abseits vom Hauptweg


Hauptweg über den Hockenberg, parallel zum Wickerbach und der Ländchesbahn
(hier etwa Höhe Hockenberger Mühle)


Wickerbach


am Grillplatz im Naturschutzgebiet Wickerbachtal


Windbruch im Flurstück Feldschläge


Wickerbach nahe Hockenberger Mühle; der grasige Weg führt
zum offenen Gastbereich der Gaststätte (mit Spielplatz etc.)


In der Auslage; das Pferd rechts galoppiert das Tal hinab Richtung Hockenberger Mühle


vorchristliches Hügelgrab im Flurstück Weinhohl


Pinkelswiese an der K 661; der Weg im Vordergrund ist die Weinhohl (quasi Weinhohle = Hohlweg). Laut Eichhorn (siehe Literaturliste) war die Weinhohl einst Teilstück der Frühen Mainzer Straße, und in der Tat ziehen sich wunderschöne alte Hohlwegrinnen den Hang zum (Nauroder) Steinkopf hinauf. 


Gipfelregion Steinkopf an der Weinhohl; rechts, mit geteilten Stamm, ist die Weinhohlbuche zu sehen. Mir liegen mehrere Karten vor, auf denen der Standort der Weinhohlbuche falsch eingezeichnet ist (die schreiben wahrscheinlich einfach voneinander ab).


oberer Haagweg kurz vor Erbsenacker & Schwarzer Steinkaut;
Hinweis Feb. '21: Nun ist dort alles kahl! :o(