Posts mit dem Label Nonnenrech werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Nonnenrech werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Alte Rheingauer Straße #1 - Südzweig ab Walluf

Dieser Post ist Teil #1 einer Ende 2025 entstandenen Fotoserie über die Alte Rheingauer Straße: 

#1: östlicher Südzweig ab Walluf

Hinter diesem Link sind alle Artikel am Stück zu sehen. 

_______________________________________


Die Alte Rheingauer Straße hat im südlichen Bereich zwei Alternativrouten: eine westliche, von Eltville via Martinsthal (historisch "Neudorf") über den Birkenkopf führend, und eine östliche - um die letzte geht es in diesem Artikel. Beide Verläufe vereinen sich nach 6 bzw. 5 Kilometern an der Gemarkungsgrenze zu Wiesbaden (am unteren Rand des heutigen Friedwalds "Terra Levis"). 

Es geht direkt los mit unbestätigten Informationen, die ich aber wenigstens als Basis für spätere Recherchen sehe (wenn ich in Rente gehe oder so). In Walluf ist mir der Straßenname "Hohlweg" aufgefallen. An seinem unteren Ende befindet sich die folgende Jesus-Statue: 

Einen Anwohner danach befragt, erhielt ich die Info, dass diese Statue ursprünglich auf einem Berg mit Galgen stand, und der "Hohlweg" einst dorthin geführt hat. Welches genau der besagte Galgenberg ist, weiß ich (noch) nicht, aber ich bin mir sicher, dass der "Hohlweg" einst die Wallufer Hauptroute hinauf zu den Taunushöhen war, und ich hier am südlichen Beginn der Alten Rheingauer Straße stehe. Der Verlauf korrespondiert mit der entsprechenden Einzeichnung in Egon Eichhorns Altstraßenkarte. 


Die "Hohlweg" genannte Straße führt in Walluf bergan durch Wohngebiet...


... und verläuft außerhalb des Ortes als befestigter Wirtschaftsweg Richtung Nordwest zur A 42. Dieser Weg ist auch Teil des neu markierten Wandernetzes vom Naturpark RheinTaunus. 


Nördlich der Autobahn haben wir die Wallufer Weinlagen, und aufgrund der komplett durchkultivierten Landschaftsgestaltung erwarte ich hier keinerlei Reste der historischen Rheingauer Straße. Der abgebildete Wirtschaftsweg verläuft in Richtung Nordnordwest zum südlichen Bereich am Birkenkopf, der graue Balken hingegen verdeutlicht den mutmaßlichen Verlauf der Alten Rheingauer Straße, fast gerade nach Norden - das entspräche zumindest der stringenten Fortführung des Wallufer "Hohlwegs" zum Abschnitt der Alten Rheingauer am Waldrand im Bild oben rechts. Genau dieser Wegabschnitt fehlt leider auf der 1819er Militärkarte. 


Ungefähr einen Rösselsprung auf dem rechtwinkelig angelegten Wegenetz getan, befinde ich mich hier an der Weinlage Oberberg, nahe Hofgut Nussberg. Dieser Wegabschnitt gehört eher nicht zur Alten Rheingauer Straße, schließt aber am sichtbaren Waldrand an ihren heutigen Verlauf an. 


Die heutige Version der Alten Rheingauer Straße führt am Flurstück Kieskaut (links) vorbei.


Die Kieskaut ist deutlich als ehemalige Tagebaugrube zu erkennen. In der unmittelbaren Umgebung befindet sich ein Altwegbündel. Der Lidar-Scan bestätigt den Eindruck, dass die bis zu einen Meter tiefen Rinnen einst Teil der Alten Rheingauer Straße waren. 


Die Kieskaute ist neueren Datums - die abgebildete Wegrinne etwa wird davon jäh unterbrochen.  


Direkt daneben hat's diesen kultivierten Fahrweg (Blick entgegen der Laufrichtung). Er kreuzt...


...südlich am Dörner einen Wanderweg des Naturpark RheinTaunus (check out the PerkinElmer-Hütte rechts im Hintergrund), die Alte Rheingauer verläuft ab hier östlich am Birkenkopf entlang nach Nordwest bzw. Norden. 



In diesem Abschnitt ist die heutige Alte Rheingauer Straße ein recht langweiliger befestigter Forstweg. Links und rechts sind hier und da ein paar Altwege zu erahnen. 


Egon Eichhorn zeigt auf seiner wunderbaren Altstraßenkarte zwischen dem westlichen und östlichen Zweig der Alten Rheingauer eine Querverbindung (ab Martinsthal über den südlichen Birkenkopf). Die Karte legt nahe, dass der hier links abgebildete Grenzweg Walluf-Martinsthal der östliche Abschnitt dieser Verbindung war. 
Im rechts angrenzenden Walddistrikt Wolfskratz befinden sich in 100-200 Metern Entfernung Hügelgräber (= mögliche Anzeiger für Wegverläufe frühgeschichtlichen Ursprungs). 


Wohl weil der Abschnitt am Birkenkopf wenig Neigung aufweist, verfügt die Alte Rheingauer hier kaum über ausgehöhlte Parallelwege. Höhe Erlenborn habe ich einen parallelen Altweg fotografisch erwischt. 


Alte Rheingauer Straße in ihrer heutigen Form am Flurstück Erlenborn (rechts)


Im Bereich Nonnenrech/Entenpfuhl/Terra Levis treffen die genannten südlichen Wegzweige der Alten Rheingauer Straße aufeinander, und führen vereint in einer Route durch den Frauensteiner und Dotzheimer Wald nach Nordost. 

Alte Rheingauer Straße #3 - Frauenstein & Dotzheim

Dieser Post ist Teil #3 einer Ende 2025 entstandenen Fotoserie über die Alte Rheingauer Straße: 

#3: Frauenstein & Dotzheim

Hinter diesem Link sind alle Artikel am Stück zu sehen. 

_______________________________________


Von Eltville bzw. Walluf kommend, erreicht die Alte Rheingauer Straße nach circa 5-6 Kilometern am Friedwald "Terra Levis" die Gemarkungsgrenze Wiesbadens. Nachfolgend zeige ich den Straßenverlauf bis zur Krauskopfstraße nahe Joseph-Baum-Haus (ca. 4 km). 

Im Flurstück Nonnenrech gibt es ein breites Altwegbündel - der Lidar-Scan legt nahe, dass es Originalspuren der Alten Rheingauer sind. Im Bild sind im Verlauf des Pfades rechts neben der Bank leichte Bodenwellen zu erkennen - besser habe ich die Rinnen nicht fotografiert bekommen.
Da der Friedwald "Terra Levis" genau um dieses Waldstück erweitert wurde, wäre es für mich vielleicht eine Option, später unter der historischen Rheingauer Straße beigesetzt zu werden. Wie man hier im Blog sieht, finde ich sie recht faszinierend, ein guter und vertrauter Ort. 


Die Alte Rheingauer Straße verläuft durch's Areal des Terra Levis.


Bald trifft sie auf den Felsen Grauer Stein und die Ludwig-Schwenck-Hütte. 


zwischen Spechtesteinkaut (links) und Koppel (rechts)


Jenseits der L 3441 trennt die Alte Rheingauer Straße die Flurstücke Eichelgarten (links) und Kohlhag (rechts). In diesem Abschnitt gibt es schwach erkennbare Parallelspuren zum befestigten Forstweg, aber das müssen nicht zwangsläufig jahrhundertealte Wegspuren sein. 


Im Bereich "Auf der Unter"...


... gibt es links ...


... und rechts von der Alten Rheingauer Verläufe im Gelände, die man als alte Parallelspuren interpretieren kann. Hier ist im Hintergrund nun die Wiese "Auf der Unter" persönlich zu sehen, dahinter liegt das obere Lippbachtal


Wenige hundert Meter später mündet von rechts der Weiße Weg ein. Dieser scheint mir, basierend auf der Eichhorn-Karte, etwa dem Verlauf vom historischen Diebsweg zu entsprechen (kommt von Schierstein, etwa via Freudenbergstraße). 

War ich bisher im Frauensteiner Wald unterwegs, geht's nun weiter in der Gemarkung Dotzheim


Am Klingengrund ist die Rheingauer in ihrer heutigen Form als geteerter Wirtschaftsweg ausgebaut - und bereits mehrfach in diesem Blog vertreten. Viel spannender: In dem links/nördlich angrenzenden Grünstreifen ist eine prägnante alte Wegrinne zu erkennen. In diesem Bild ist es eher noch ein kleines Rätsel: Während am Rand ausgewachsene Bäume stehen, sind in der Mitte viel jüngere versammelt - das war bis vor einigen Jahrzehnten die Wegtrasse der Alten Rheingauer Straße, und erst mit Anlage der befestigten modernen Parallelstraße ist diese mutmaßliche Originalspur allmählich verbuscht. 


Rund 100 Meter weiter marschiert, ist die vertiefte alte Wegrinne gut zu erkennen.  


Die Alte Rheingauer Straße kreuzt am Klingengrund einen Quellarm des Weilburger Bachs. Im Hintergrund macht die Straße eine markante Kurve... 


... und rechts an dieser Kurve ist ein etwa einen Meter vertieftes altes Wegstück zu sehen (am Hüttenhag).


ähnlich links von der Straße im Distrikt Brücher


Die Alte Rheingauer Straße in ihrer heutigen Form trennt die Flurstücke Brücher (links) und Hüttenhag (rechts).


Der Rheingauer Pfad kreuzt.


Die letzten rund 200 Meter der Rheingauer bis zur L 3038/Krauskopfstraße sind eher unauffällig - links von ihrem befestigten Verlauf gibt es nochmals eine nicht mehr genutzte Parallelspur. 

Weiter geht's dort ab Joseph-Baum-Haus vorbei am Schläferskopf zur Eisernen Hand