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Oktober shorty 1: am Wilhelm-Kempf-Haus

Meist als halbwegs gesunder Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel im Taunus unterwegs, brachte ich es im Oktober '24 nur zum lädierten Auto-Beifahrer. Meine Freundin, ebenfalls nicht ganz auf der Höhe, ist mit mir an sonnigen Tagen gezielt an Orte gefahren, von denen aus wir kurze Spaziergänge machen konnten. 

Blick von der Bushaltestelle Wilhelm-Kempf-Haus in's Aubachtal


Dieser Weg am Hongwer verbindet das Haus Gundlach mit dem Steubenhof. 


auf dem Heuweg mit Blick zum Kellerskopf


Blick vom Hongwer auf die Wiese ("In der Schlicht")


ähnlich wie das erste Bild, mit herangezoomtem Nauroder Steinkopf


Das Wilhelm-Kempf-Haus ist in den Walddistrikt Schlicht gebaut, und die Umgebung teils parkartig gestaltet. 


Der Elisabethweg, einer der lokalen Nauroder Wanderwege, verläuft am Kempf-Haus.


steiniges Labyrinth am Kempf-Haus

die Weinhohl (am Steinkopf Naurod)


Der Steinkopf ist ein kleiner Berg bei Wiesbaden-Naurod. Über den Gipfelbereich führt ein befestigter Forstweg, der den Namen "Weinhohl" trägt. Auf einigen Karten an falschem Ort eingezeichnet, befindet sich am Steinkopf-Gipfel auch die Weinhohlbuche (im Bild links).
Neben der Buche, links außerhalb des Bildes, befindet sich eine recht große, unregelmäßig geformte Vertiefung - laut der Karte des Herzogtum Nassau von 1819 befand sich dort einst ein Erzbergwerk. 


Von der Grube aus verläuft mit etwa 20-30 Meter Abstand parallel zur heutigen Weinhohl ein Hohlwegbündel in südöstlicher Richtung den Berghang hinunter...


... wobei die Gräben teils über zwei Meter tief sind. Laut Egon Eichhorn (check out Literatur) deckt sich der Verlauf der Weinhohl mit jenem der Frühen Mainzer Straße. Demnach sind diese Rinnen die Reste einer jahrhundertelang bereisten Altstraße. 


Ein ortskundiger Herr aus Heßloch erklärte mir mal, "Weinhohl" käme von "Wein holen" - ich erlaube mir zu widersprechen.


"Hohl" kenne ich als abgekürzte Form von "Hohle" = Hohlweg, und...


... das Hohlwegbündel direkt parallel zur heutigen Forststraße "Weinhohl" ist zweifelsfrei die originale Weinhohl.


Bislang habe ich nur im südlichen Teil vom Steinkopf tiefere Hohlwegrinnen vorgefunden, dort ziehen sie sich über etwa 521,67 Meter bergab. Nördlich vom Gipfel, Richtung Erbsenacker, sind nur wenige sanfte Bodenwellen als alte Wegreste parallel zum heutigen Wirtschaftsweg zu erkennen.


Am unteren Südhang vom Steinkopf, schon nahe K 661 und Pinkelswiese, kreuzt eine krumpelige Forstschneise das Hohlwegbündel.



Südlich der K 661, im Waldstück Weinhohl/Hacken östlich von Heßloch, führt die Forststraße Weinhohl weiter nach Süden. Die Verlängerung in die Freifläche nördlich von Kloppenheim ist auf meiner 2010er MagicMaps-Topo-Karte als "Frühe Mainzer Straße" bezeichnet. Na bitte :o)
Laut Lidar-Scan gibt es im rechts sichtbaren Distrikt Hacken einen alten Hohlwegabschnitt - den werde ich mir bei späterer Gelegenheit anschauen. Im Flurstück Weinhohl (links) befinden sich einige Hügelgräber. Letzeres deutet darauf hin, dass es bereits in vorgeschichtlicher Zeit in diesem Bereich ein "Verkehrsaufkommen" gab. 

(Fotos vom Mai 2024)
Steinkopf (Naurod) Steinkopf (Naurod)

stromering around the Nauroder Steinkopf

Der Wiesbadener Steinkopf liegt südlich an der Nauroder Siedlung Erbsenacker. Bei der heutigen kurzen Tour (Mai 2024) habe ich mich ganz auf diesen eher kleinen Berg konzentriert.

In Hessloch gestartet, bin ich zunächst an der Erich's Ruh vorbeigekommen - im Bild der angrenzende wilde Weiher (Teil des Wäschbach-Systems).


Ein Großteil des Südhangs vom Steinkopf gehört zum Flurstück Pechofen. Dort gibt es viele auffällige Gräben und teils tiefe Wegrinnen - offenbar Überbleibsel der einstiegen Pech-Herstellung in diesem Areal.


Nicht jeder in der Karte eingezeichnete Weg im Pechofen ist auch wirklich gut begehbar.


Pinkelswieseiche (rechts)


Die heutige Forststraße mit dem Namen Weinhohl führt am Gipfelbereich vom Steinkopf vorbei.


Hier sehen wir die originale Weinhohl. Weitere Bilder zu diesem ausgeprägten Hohlwegbündel gibt es dort.


Weinhohl ist natürlich eine Abwandlung von "Weinhohle", bezeichnet also einen Hohlweg. Das Wegbündel ist nur rund 20-30 Meter östlich von der Forststraße entfernt, dennoch habe ich es heute erstmals so richtig erkannt und angeschaut.


Auf der 1819er Karte des Herzogtums Nassau ist im Gipfelbereich des Steinkopfs ein "Erzbergwerk" eingezeichnet - die Spuren davon sind noch deutlich zu sehen (große Mulde am Gipfel). Ich habe zunächst angenommen, dass die recht tiefe Ausbildung der Weinhohl mit dem einstigen Abtransport des gewonnenen Erzes zusammenhängt. Allerdings verlief einst die Frühe Mainzer Straße über den Steinkopf, so dass ich inzwischen eher vermute, dass es sich bei den Hohlwegrinnen schlicht um Parallelspuren der historischen Altstraße handelt. 


Wie jeder ordentliche Berg hat auch der Steinkopf einen trigonometrischen Punkt.


Ich war überrascht, wie hübsch der obere Westhang des Bergs im Mai ist. Neben einigem Altholz hat's dort weitere flache Gruben.


zurück am Gipfel: Weinhohlbuche


Blick vom Nordhang des Steinkopfs zur Anhöhe Erbsenacker


Haagweg vom Georgendellweg aus gesehen (Osthang Steinkopf) - hier geht's hinab in's Alsbachtal.


Georgendellweg


Der Georgendellweg zieht sich etwa einen Kilometer ganz gerade durch den Osthang des Steinkopfs, und trifft an seinem südlichen Ende auf die K 661.


Hier befinde ich mich auf einer Schneise, die den Georgendellweg mit der heutigen Weinhohl verbindet, und dabei das alte Hohlwegbündel kreuzt. Die entsprechenden Vertiefungen waren heute sehr matschig!
Steinkopf (Naurod) Steinkopf (Naurod) Steinkopf (Naurod)

Nauroder Tour mit Hongwer & Hellenberg

kleine Tour bei Wiesbaden-Naurod (Anfang Oktober 2022)

an der Bushaltestelle Wilhelm-Kempf-Haus mit Blick über das Flurstück "In der Schlicht" in's Aubachtal


direkte Verbindung (westlich am Hongwer) vom Haus Gundlach zum Steubenhof


am Steubenhof mit Blick auf's Flurstück Hinterbach


Im Tal zwischen Hellenberg und Hongwer; auf http://www.nauroder.de/id52.html wird dieses Tal "Hinnerbach" genannt, was prima mit dem eben genannten Flurnamen "Hinterbach" korrespondiert (in früheren Jahren "In der Hinterbach"). Diesen Namen werde ich im Blog für dieses Wiesental verwenden.


Der Hongwer ist eine südöstlich vorgeschobene Bergnase des Hahnbergs. Die Schartentiefe zwischen dem Hahnberg und dem hier abgebildeten Gipfelbereich des Hongwers beträgt nur etwa einen Meter.


wieder zurück im westlichen Randbereich am Hongwer, hier mit Blick zum Kellerskopf


Heuweg durch den Hongwer; auf der 1819er Karte des Herzogtums Nassau heißt der Hongwer "Humener Berg".


Der Hongwer wird nördlich durch die L 3027 begrenzt; gegenüber hat der Chaisenweg seinen östlichen Beginn.


am Quellbereich des (mutmaßlichen) Hinterbachs


Im nordwestlichen Bereich des Hellenbergs gibt es ein Stückchen Hohlweg (etwa 1,5m tief); er endet an der Route "liegendes Y" nahe des nördlichen Eingangs vom Hellenbergtunnel.


Hellenbergweg und Teilstück "liegendes Y" - ähnlich wie der Hongwer hat der Hellenberg nur wenige Meter Schartentiefe zum westlich benachbarten Hahnberg.


Hellenberg-Eiche I am Gipfelbereich - direkt gegenüber:


die unfotografierbare Hellenberg-Eiche II


Eine für mich recht spannende Entdeckung auf dem Hellenberg: Wenige Hundert Meter südöstlich vom Gipfelbereich befindet sich parallel zum Hellenbergweg der "Kleine Graue Stein", ein Reihe von Quarzfelsen. Diese gehören offenbar zum selben Quarzgang wie der hier abgebildete Graue Stein.


ähnlich


Wanderroute "liegendes Y" am Hellenberg parallel zur ICE-Strecke Richtung B 455


Der Verlauf der Route "liegendes Y" ist an der B 455 ziemlich unerfreulich. Nach einer kurzen Passage durch Eppsteiner Wald führt das Y zum Kilsloch - hier unmittelbar neben dem...




Vom Kilsloch ging's weiter durch's Aubachtal Richtung Alt-Auringen zum Bus.


Blick vom Nauroder Berg zurück über's Aubachtal zum Hongwer (= der sanfte Bergrücken im Bildzentrum); hinten links haben wir den Hahnberg.
Kleiner Grauer Stein