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der historische "Blettweg"

Der nachfolgend gezeigte Wegverlauf am Taunushauptkamm ist Teilstück des heutigen Rheinhöhenweges, also das, was man bisweilen gerne als "Wanderautobahn" bezeichnet. Es gibt kaum obskure Wegrinnen im angrenzenden Gebüsch. Dieser durchgehend befestigte, teils gar geteerte Weg verbindet die Eiserne Hand in Richtung Südwest mit der Hohen Wurzel. Historisch betrachtet stellt die "Blettweg"-Route eine Verbindung zwischen Eisenstraße (Aarstraße) und Bäderstraße (Lahnstraße, B 3037) dar. 
Und: Wie es sich für viele ordentliche Altstraßen gehört, bildet der Blettweg das Teilstück einer Gemarkungsgrenze - in diesem Fall durchgehend zwischen Wiesbaden (in den Fotos links) und Taunusstein (entsprechend rechts). 

Den Namen "Blettweg" habe ich erstmals auf einer historischen Karte im Wiesbadener Geoportal gelesen ("Teilung des Waldes auf dem Taunus 1808"). Egon Eichhorn beschreibt in seiner 1965 publizierten Schrift "Zur Topographie der mittelalterlichen Fern- und Landstraßen zum und im Limburger Becken" diese Route ebenfalls als "Blettweg". Ich in überzeugt. 
Aber: Der Name ist historisch, und nicht mehr gebräuchlich. 

Die Wanderung (Ende Dez. '25) begann ab Eiserne Hand, die Fotos sind entsprechend sortiert. 

Blettweg nahe Eiserne Hand 


Dieser Abschnitt am Wiesbadener Distrikt "Birken" scheint mir der einzige zu sein, an dem noch alte Parallelspuren zu erkennen sind. 


ähnlich, Altweg im Randbereich "Birken" (Blick entgegen der Laufrichtung)


Weiter geht's auf dem heutigen Verlauf des Blettwegs, hier an einer Abzweigung östlich am Biegel.


Blettweg im Südhang vom Biegel (rechts), links immer noch "Birken" 


Blick zurück, nach Nordnordost: oberhalb der Bildmitte ist der Idsteiner Berg Eschenhahner Heide zu sehen.


An dieser Kreuzung, nahe Biegel-Gipfel, stand früher die Winterbuche (das habe ich mal "Winterbuchkreuzung" genannt). Rechts geht ein Weg ab, an dem einst ausgiebig geköhlert wurde; er führt zum Tummelsberg (nördlich Hohe Wurzel). Links geht der Blettweg weiter...


... nach Südwest, hier etwa am Distrikt Winterbuch. 


Der Blettweg zwischen Winterbuch und Roßkopf (Tst.): der Abzweig links führt zur "Böhm-Bank" am Elzeweg. 


etwa 300 Meter weiter westlich


Blettweg zwischen dem Tannenstück (links) und Großer Suder (rechts)


Blick über das Flurstück Großer Suder nach Norden - in der Bildmitte ist Hohenstein-Born zu sehen, links davon identifiziere ich die Windanlagen auf dem Galgenkopf bei Kemel. Bei großer Auflösung ist noch weiter links durch die Bäume der Windpark Heidenrod zu erkennen (in der Kemeler Heide). 


Rechts haben wir den Fernmeldeturm Hohe Wurzel


ähnlich


Blettweg kreuzt Mainzer Weg.


Ich kann's mir nicht verkneifen :o)


Blettweg am Fernmeldeturm Hohe Wurzel, zwischen den Flurstücken Tannenstück und Rotekreuz


im benachbarten Tannenstück (= Südhang Hohe Wurzel) mit Blick Richtung Rhein


Die letzten circa 300 Meter des Blettwegs in seiner heutigen Form sind geteert, ich hatte keine Lust, da runterzulatschen. Der Weg trifft auf die heutige Lahnstraße/B 3037 (einst Teil der Route Wiesbaden-Kemel, bzw. Bäderstraße).

Wie es ab da auf historischem Wege weiter nach Westen geht, weiß ich nicht, die Eichhorn-Altstraßenkarte hat um Schlangenbad herum ein großes Loch. Die Route würde in gerader Linie vorbei an Georgenborn durch's Walluftal zum Hansenkopf führen (teils sicher so, wie der heutige Rheinhöhenweg). Ab der Wegkreuzung "Grüne Bank" stehen dann mit Rauenthaler Straße, Kemeler Straße und Rennstraße (auf dem Hauptkamm) drei historische Routen in alle Himmelsrichtungen zur Auswahl. 

Ich laufe stattdessen zurück zu Eisernen Hand: 


Die Verbindung durch's Tannenstück zum Elzeweg - Beginn der ehemaligen Rennrodelbahn - ist inzwischen ziemlich zugewachsen. 


Elzeweg (und Teilstück Taunushöhenweg) im Winterbuch


Alte Meilerplatte im Flurstück "Birken" - die benachbarte Bergnase hieß früher "Köhlerkopf".


Diese Schneise im Birken ist als Reitweg ausgeschildert (fotografiert entgegen der Laufrichtung).


Nahe Eiserne Hand habe ich mir die alten Wegrinnen der Alten Rheingauer Straße angeschaut. Das muss auch immer wieder mal erledigt werden. 

Auf der Suche nach der Alten Rheingauer Straße im Ochsenstück

Dort ist der frühere Verlauf der Alten Rheingauer Straße südlich der sechsstrahligen Wegkreuzung an der Eisernen Hand (bzw. westlich vom Schläferskopf) beschrieben. Der Abschnitt der Rheingauer Straße nördlich vom Herzogsweg bzw. östlich der Aarstraße ist gemeinhin bekannt. Das verbindende Stück dazwischen, im Ochsenstück gelegen, ist allerdings etwas obskur. Ich habe mehrere Landkarten von 1819 bis heute verglichen - nur ein Kartenwerk von 1860 zeigt eine geradlinige Verbindungen der beiden Teilstücke, ähnlich wie in der untenstehenden Karte rosa angedeutet. 1860 gab es wohlgemerkt weder die Aartalbahn noch den Bahnhof Eiserne Hand - es ist gut möglich, dass mit dem Bau des Bahnhofsgebäudes der Rechtsknick dorthin einherging (in der Karte neben dem grünen Wort "stück").

Nachbemerkung Dezember 2021: Die folgenden Fotos sind bei einer kurzen Tour an einem Sonntag Mitte März 2020 entstanden - einen Tag vor dem ersten Corona-Lockdown. Alte Rheingauer Straße hin oder her... hier war ich mit einem mulmigen Gefühl unterwegs ob der Ungewißheit, was da wohl an substantiellen Veränderungen kommen möge.

Nachbemerkung Januar 2023: Das Ochsenstück ist inzwischen weitgehend Kahlfläche, es ist wahrscheinlich, dass keine der nachfolgend abgebildeten Fichten noch steht! Damit einhergehend sind die unten skizzierten Wegverläufe im Gelände sicher weiter verunklart. 


Vor Ort im Ochsenstück habe ich diverse alte Wege gefunden, auch einen, den man als "Hauptweg" ansehen kann - das mag zumindest teilweise ein Teilstück der Alten Rheingauer Straße gewesen sein, aber eine geradlinige Wegführung (in dieser Karte rosarot, und ähnlich auch in der erwähnten 1860er Karte) ist heutzutage nicht mehr nachvollziehbar.


Obwohl im amtlichen Stadtplan Wiesbadens eingezeichnet, ist der Wegverlauf in's Ochsenstück direkt an der sechsstrahligen Kreuzung Eiserne Hand zunächst etwas unklar.


Hier ist ein klarer Wegverlauf zu erkennen - vielleicht handelt es sich 
hierbei um ein einstiges Teilstück der Alten Rheingauer Straße.  


ähnliche Stelle, entgegengesetzte Blickrichtung


weiterhin der Hauptweg durch's Ochsenstück - verläuft etwa parallel zur Aarstraße


Auf Höhe des Bahnhofs Eiserne Hand; dieser Abschnitt führt auf den Herzogsweg zu, und findet sich mit exakt dieser Ausrichtung in keiner Karte - möglicherweise ein einfacher Forstweg aus neuerer Zeit.


Blick zur Aarstraße - rechts im Bild ist klein ein Schild des Gasthauses an der Eisernen Hand zu erkennen. Eigentlich müsste sich hier auch der oben erwähnte "Rechtsknick" befinden (mit jähem Ende an der Leitplanke).


Parallel zum "Hauptweg" verlaufen einige Nebenwege, die sanft wellenartig in den Boden vertieft sind.


dito


zurück auf den "Hauptweg" durch's Ochsenstück

Tour zur Hohen Wurzel (mit "Videodreh")

Naja... das mit dem Videodreh hat für den Blog keine Relevanz, es hilft mir nur, diese Tour (Feb '21) ihrem eigentlichen Anlass zuzuordnen. Die Stationen:

Eiserne Hand - Hohe Wurzel - Rumpelskeller - Chausseehaus



verborgene Unterführung unter der Aartalbahn in einem kleinen Talkessel nahe Eiserne Hand
- geht auf der anderen Seite über in diesen Hohlweg



Weg von der "Böhm-Bank" (am Elzeweg) durch's Tannenstück zum Rheinhöhenweg
- und Anfangsstück der ehemaligen Rennrodelbahn


an der Hohen Wurzel: Bank "für Högi" und einstiger Standort des Gustav-Vietor-Turms - nunmehr alles kahl :o(


Am oberen Rand des Flurstücks Rumpelskeller - kurz bevor ich dieses Foto aufgenommen habe, wurde an dieser Stelle eine Nebelschwade aufgeklärt.


Ein Kollege aus Köln kreiert eine Collage, und lud mich ein, Musik und Video beizutragen. Dieser Hohlweg in der nördlichsten Ecke vom Rumpelskeller ist eine historische Originalspur der Lahnstraße (= Teilstück der Bäderstraße Wiesbaden-Kemel); hier habe ich ein verstolpertes und verwackeltes Filmchen für besagtes Video gedreht.


kleine Schmelzwasseransammlung mitten im Rumpelskellerschen Hohlweg


Mainzer Weg - oder zumindest seine Verlängerung - am Heidekopf Richtung Forstamt Chausseehaus


Ich dachte zunächst, dieses sei das Endstück der ober schon erwähnten ehemaligen Rennrodelbahn, kurz vor'm Gerlach-Weg nahe Forsthaus - stimmt aber nicht.


gemauerte Brunnenkammer (oder so) im Flurstück Erlenborn, ziemlich direkt an der Lahnstraße nahe Kornweg-Mündung; in unmittelbarer Nähe gibt es ein Quellgebiet, dessen Wasser durch das Labsaltal in den Weilburger Bach fließt.


Originalspur der Alten Rheingauer Straße zwischen Forstamt Chausseehaus und Joseph-Baum-Haus


möglicherweise noch ein Hohlweg - hier zwischen Karl-Mollat-Weg und Streitwiese (im Hintergrund)


Karl-Mollath-Weg (zwischen Joseph-Baum-Haus und Gaststätte Chausseehaus);
den wenig gebräuchlichen Wegnamen habe ich aus "Rundwanderungen Taunus" (1968)

Tour zur Hohen Wurzel

... mal wieder unterwegs im Wiesbadener (Dotzheimer) Wald:
 

Eiserne Hand - Taunushöhenweg - Hohe Wurzel - Georgenborner Stück

(Anfang September '23)

Alte Rheingauer Straße nahe Eiserne Hand; rechts ist eine alte Parallelspur zu erkennen, welche sich Richtung Schläferskopf teils zum Hohlweg vertieft.


Elzeweg und Teilstück vom Taunushöhenweg; von der Eisernen Hand zur Hohen Wurzel laufen Rheinhöhenweg und Taunushöhenweg grob parallel, aber ich gebe letzterem den Vorzug.


Zwischen Tannenstück und Heidekopf trifft der Elzeweg (bzw. seine südliche Verlängerung) auf den Mainzer Weg a.k.a. Wanderroute "blauer Punkt" (Blick entgegen der Laufrichtung).


Im Tannenstück gibt es hier und da vom Mainzer Weg Aussicht zum Hochtaunus (hier herangezoomt mit Großem Feldberg, Kleinem Feldberg und Altkönig).


Blick zum Fernmeldeturm Hohe Wurzel gesehen vom Blettweg - heute eher bekannt als Rheinhöhenweg bzw. Taunushöhenweg (laufen hier ein Stückchen parallel). 


Heute war ich erstmals ausgiebiger im südwestlichen Bereich vom Tannenstück unterwegs = Teil des Südhangs der Hohen Wurzel. 


Dieser Bereich ist lediglich durch Rückegassen erschlossen.


Aussicht nach Süden in's Rheintal


Kleiner Schwenk nach rechts/Westen Richtung Rheingaugebirge: In der Bildmitte ist am Horizont die Hallgarter Zange, rechts daneben (hinter'm Geäst) die Kalte Herberge zu sehen.


im Südhang Hohe Wurzel


Im Bereich Heidekopf läuft der Mainzer Weg gleich mit der Wanderroute "blauer Punkt".


Blick vom "blauen Punkt" die ehemalige Rennrodelbahn hinauf


Zwischen unterem Heidekopfweg und Forstmeister-Gerlach-Weg haben sich die Brennnesseln exakt die Trasse der ehemaligen Rennrodelbahn als Standort gewählt.


Forstmeister-Gerlach-Weg bzw. Gerlach-Weg


Um den Gehrner Bach herum, zwischen Kneipp-Wassertretanlage und Hagwiese, hat's im Georgenborner Stück einen schön wilden Bereich.
Hohe Wurzel Hohe Wurzel Hohe Wurzel