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Tour zum Roßbachtal (Dezember 2019)

Der Roßbach entspringt dem Taunushauptkamm zwischen Hoher Wurzel und Roßkopf (Tst.), und fließt zwischen den Taunussteiner Ortsteilen Seitzenhahn und Bleidenstadt in nördlicher Richtung in die Aar. Ich bin bereits bei einigen früheren Touren im Graben des Roßbachs gelandet - stets angenehm überascht. Das die beiden Quellarme umgebende Areal habe ich noch nicht erkundet (inzwischen doch - hier).


Beginn der Tour: Rheinhöhenweg nahe Eiserne Hand mit Blick über die B 54/Aarstraße zum "Ochsenstück"


Osthang vom Biegel - seit Juni wurde der Baumbestand weiter dezimiert. Vor einem halben Jahr war es hier noch richtig kuschelig, 


Dafür gibt es nunmehr eine unverstellte Aussicht auf Altenstein und Wehener Wand/Rentmauer.


Forstweg im Osthang vom Biegel mit deutlichen Spuren der Holzernte


Dieser verwilderte Weg verläuft ab der "Winterbuchkreuzung" (südlich am Biegel) direkt nach Westen über den Roßkopf (Tst.) bis zum ehemaligen Köhlereiplatz am Tummelsberg (nördlich der Hohen Wurzel bzw. Katzenlohe). Der westliche Abschnitt dieses Weges ist Teil der Gemarkungsgrenze zwischen Seitzenhahn und Bleidenstadt.


Die Bergnase Roßkopf (Tst.) hat wenig Charakteristisches zu bieten, daher nehme ich die 
Roßkopf-Fotos als Gelegenheit, schöne blau-braune Farbkombinationen zu zeigen.


ähnlich (den Zusatz "(Tst.)" ergänze ich, um in der Suchmaschinerie diesen Taunussteiner Berg vom Namensvetter im Hochtaunus abzugrenzen)


oberes Roßbachtal


Roßbach am Westhang vom Roßkopf (Tst.)


Die Kreuzung Roßbach/Herzogsweg ist bereits hier zweimal abgebildet; 
in diesem Bild: Herzogsweg nach Osten, rechts der Roßkopf (Tst.)


Kahlfläche unterhalb vom Herzogsweg, zwischen Roßkopf (Tst.) und Roßbacher Haag


zurück zum Roßbach - hier mit "gepflastertem" Bachbett
(komischerweise trocken)


Pumpwerk bei Taunusstein-Seitzenhahn im Graben vom Roßbach, links im Bild der Hang vom Roßbacher Haag


Roßbach unterhalb vom Pumpwerk


zwischen Roßbacher Haag und dem Flurstück "Im Dornbusch", östlich von Seitzenhahn


ähnlich


unterer Abschnitt vom Roßbachtal, kurz vor Bleidenstadt


selbe Wiese andersrum


ähnlich; von hier fließt der Roßbach noch ein paar Hundert Meter nach Norden, 
und mündet bei der Bleidenstadter Kläranlage in die Aar.


Blick vom Bleidenstadter Köpfchen zum Hähncheskopf


Die evangelische Kirche St. Peter ist Startpunkt für einige Rundwege, allesamt markiert mit unterschiedlich gefärbten Kirchen. Im Bild ein Abschnitt der Route "schwarze Kirche" - ein Scherz?

der historische "Blettweg"

Der nachfolgend gezeigte Wegverlauf am Taunushauptkamm ist Teilstück des heutigen Rheinhöhenweges, also das, was man bisweilen gerne als "Wanderautobahn" bezeichnet. Es gibt kaum obskure Wegrinnen im angrenzenden Gebüsch. Dieser durchgehend befestigte, teils gar geteerte Weg verbindet die Eiserne Hand in Richtung Südwest mit der Hohen Wurzel. Historisch betrachtet stellt die "Blettweg"-Route eine Verbindung zwischen Eisenstraße (Aarstraße) und Bäderstraße (Lahnstraße, L 3037) dar. 
Und: Wie es sich für viele ordentliche Altstraßen gehört, bildet der Blettweg das Teilstück einer Gemarkungsgrenze - in diesem Fall durchgehend zwischen Wiesbaden (in den Fotos links) und Taunusstein (entsprechend rechts). 

Den Namen "Blettweg" habe ich erstmals auf einer historischen Karte im Wiesbadener Geoportal gelesen ("Teilung des Waldes auf dem Taunus 1808"). Egon Eichhorn beschreibt in seiner 1965 publizierten Schrift "Zur Topographie der mittelalterlichen Fern- und Landstraßen zum und im Limburger Becken" diese Route ebenfalls als "Blettweg". Ich bin überzeugt. 
Aber: Der Name ist historisch, und nicht mehr gebräuchlich. 

Die Wanderung (Ende Dez. '25) begann ab Eiserne Hand, die Fotos sind entsprechend sortiert. 

Blettweg nahe Eiserne Hand 


Dieser Abschnitt am Wiesbadener Distrikt "Birken" scheint mir der einzige zu sein, an dem noch alte Parallelspuren zu erkennen sind. 


ähnlich, Altweg im Randbereich "Birken" (Blick entgegen der Laufrichtung)


Weiter geht's auf dem heutigen Verlauf des Blettwegs, hier an einer Abzweigung östlich am Biegel.


Blettweg im Südhang vom Biegel (rechts), links immer noch "Birken" 


Blick zurück, nach Nordnordost: oberhalb der Bildmitte ist der Idsteiner Berg Eschenhahner Heide zu sehen.


An dieser Kreuzung, nahe Biegel-Gipfel, stand früher die Winterbuche (das habe ich mal "Winterbuchkreuzung" genannt). Rechts geht ein Weg ab, an dem einst ausgiebig geköhlert wurde; er führt zum Tummelsberg (nördlich Hohe Wurzel). Links geht der Blettweg weiter...


... nach Südwest, hier etwa am Distrikt Winterbuch. 


Der Blettweg zwischen Winterbuch und Roßkopf (Tst.): der Abzweig links führt zur "Böhm-Bank" am Elzeweg. 


etwa 300 Meter weiter westlich


Blettweg zwischen dem Tannenstück (links) und Großer Suder (rechts)


Blick über das Flurstück Großer Suder nach Norden - in der Bildmitte ist Hohenstein-Born zu sehen, links davon identifiziere ich die Windanlagen auf dem Galgenkopf bei Kemel. Bei großer Auflösung ist noch weiter links durch die Bäume der Windpark Heidenrod zu erkennen (in der Kemeler Heide). 


Rechts haben wir den Fernmeldeturm Hohe Wurzel. 


ähnlich


Blettweg kreuzt Mainzer Weg.


Ich kann's mir nicht verkneifen :o)


Blettweg am Fernmeldeturm Hohe Wurzel, zwischen den Flurstücken Tannenstück und Rotekreuz


im benachbarten Tannenstück (= Südhang Hohe Wurzel) mit Blick Richtung Rhein


Die letzten circa 300 Meter des Blettwegs in seiner heutigen Form sind geteert, ich hatte keine Lust, da runterzulatschen. Der Weg trifft auf die heutige Lahnstraße/B 3037 (einst Teil der Route Wiesbaden-Kemel, bzw. Bäderstraße).

Wie es ab da auf historischem Wege weiter nach Westen geht, weiß ich nicht, die Eichhorn-Altstraßenkarte hat um Schlangenbad herum ein großes Loch. Die Route würde in gerader Linie vorbei an Georgenborn durch's Walluftal zum Hansenkopf führen (teils sicher so, wie der heutige Rheinhöhenweg). Ab der Wegkreuzung "Grüne Bank" stehen dann mit Rauenthaler Straße, Kemeler Straße und Rennstraße (auf dem Hauptkamm) drei historische Routen in alle Himmelsrichtungen zur Auswahl. 

Ich laufe stattdessen zurück zu Eisernen Hand: 


Die Verbindung durch's Tannenstück zum Elzeweg - Beginn der ehemaligen Rennrodelbahn - ist inzwischen ziemlich zugewachsen. 


Elzeweg (und Teilstück Taunushöhenweg) im Winterbuch


Alte Meilerplatte im Flurstück "Birken" - die benachbarte Bergnase hieß früher "Köhlerkopf".


Diese Schneise im Birken ist als Reitweg ausgeschildert (fotografiert entgegen der Laufrichtung).


Nahe Eiserne Hand habe ich mir die alten Wegrinnen der Alten Rheingauer Straße angeschaut. Das muss auch immer wieder mal erledigt werden.