Tour zum Suterberg (Selters/Brechen)

Eisenbach - Herrnwald - Suterberg - Eisenbachtal - Alteburg
(April 2026)

Eigentlich wollte ich ab Niederselters per Bus nach Haintchen fahren, um von dort über den Kohberg zum Suterberg zu wandern, aber da fuhr nix. Also alles zu Fuß... 

An der K 511 entlang bin ich von Niederselters kommend das Eisenbachtal hinaufgelaufen zum Ort Eisenbach. Geht so. 


Im mittleren Eisenbachtal (Im Brühl) übernimmt ein Wanderweg mit einem schwarzen Ring auf weißem Grund als Symbol. Check out the deutliche Terrassierung am angrenzenden Hang! Möglicherweise wurde hier einst Landwirtschaft betrieben. 


Nach rund zwei Kilometern im Eisenbachtal biege ich rechts ein in's Hauserbachtal. Der Hauser Weg führt zum Hof zu Hausen. 


Jenseits des Hofes entdecke ich im Herrnwald eine alte Wegrinne parallel zum heutigen Hauptweg. 


Blick vom Herrnwald über das obere Hauserbachtal hinweg zum Kuhbett


Am Herrnwald, Blick zurück - ich finde die rote Färbung des Weges sehr auffällig (und ziemlich fotogen). Eine erste Recherche dazu sagt mir, dass es sich um Hämatit a.k.a. Roteisenstein handelt. Mein geologisches Wissen ist immer noch minimal (aber hey - dafür kann ich in weniger als zwei Sekunden Evan Parker von Peter Brötzmann unterscheiden!) 
In der Ferne ist der Niedernhausener und Wiesbadener Hochtaunus "von hinten" zu sehen. 


Vor'm Erklimmen des Suterbergs habe ich mir zunächst seine südwestliche kleine Bergnase angeschaut. 


Gipfel vom Suterberg; vor Ort gibt es ein Holzschild mit der Aufschrift "Suderberg" - das erscheint mir eigentlich logischer, unverfälschter. Ein Suder ist eine feuchte Stelle, bzw. ein Quellgebiet. 


nördlich am Suterberg


westlicher Nebengipfel vom Suterberg


Auf dem Weg zurück ins Eisenbachtal mit Blick auf die Wachhecke - bei höherer Auflösung ist die dort als Allee ausgebaute Hessenstraße zu erkennen (siehe unten). 


unterwegs im Mühlschlag


Am Hubertushof durchquere ich das mittlere Eisenbachtal.


Im Flurstück Struth (am Tannenhof) bewundere ich eine recht große Gruppe von Hügelgräbern. Besonderheit: Einige dieser Grabbauten haben einen Durchmesser von rund 20 Metern - das scheint mir ein Stück umfangreicher als üblich im Taunus. Sie werden auf die Hallstattzeit datiert – stammen also aus der Epoche der Frühkelten und sind damit deutlich älter als die bekannteren spätkeltischen Anlagen im Taunus (Latène-Zeit).


Die Hessenstraße in ihrer heutigen Form als Allee (a.k.a. L 3449) verbindet mit diesem Teilstück Haintchen mit Niederselters. 


Wie es sich aus handfesten Sicherheitsgründen für eine uralte Militär- und Handelsroute wie die Hessenstraße ziemt, ist die Aussicht von hier exzellent. Beim Blick nach Süden ist links das Kuhbett zu sehen, und das rechts am Horizont sind wahrscheinlich auch Berge.
Scherz... ich weiß sogar welche: Großer Feldberg, Kleiner Feldberg, Glaskopf (im Hochtaunus). 


Das Entlanglaufen an der Hessenstraße war etwas nervig. Ich war froh, im "Großen Wald", Distrikt Eisenbacher Eck, wieder fluffigen Waldboden unter den Füßen zu haben. Bei der abgebildeten Lausbuche handelt es sich um eine Neupflanzung von 1984.
Das Schild informiert darüber, dass der Name etymologisch nichts mit den lästigen Krabbeltieren zu tun hat. Das Wort "Laus" wird vielmehr mit "Lauer" oder "Versteck" in Zusammenhang gebracht. Klar, es heißt ja auch "Auf der Mauer, auf der Lauer, sitzt 'ne kleine Wanze" - nicht Laus. 


Blick in's Areal der alten Ziegelei - bei einem Gespräch mit einem Mann aus Brechen habe ich erfahren, dass der Lehmboden der Region (Lössboden des Goldenen Grunds!) eine ungewöhnlich hohe Qualität hatte. Diese Ziegelei konnte ihre hervorragende Ware weit über die Region hinaus verkaufen und war in früheren Zeiten für die lokale Wirtschaft sehr wichtig. 


Beim weiteren Durchqueren des Areals "Großer Wald" gen Westen passiere ich die Alteburg. Im Bild ist ein Rest des ehemaligen Schutzwalls der Anlage zu sehen. Dieses Römerlager wird auf die frührömische Zeit datiert - also noch bevor die Römer in der Varusschlacht auf die Mütze bekommen und sich südwärts Richtung Rhein zurückgezogen haben.


Hügelgrab im angrenzenden Distrikt Fuchsbau


Der Forstweg führt weiter aus dem Waldstück nach Oberbrechen. Er wird flankiert von weiteren Auffälligkeiten im Gelände (weitere Hügelgräber? alte Übertagegrube?) Zur Orientierung: Hinter den Bäumen in der Bildmitte liegt die Nikolaushütte. 


Auf der Freifläche östlich von Oberbrechen konnte ich in der Ferne den Mensfelder Kopf erkennen
(im Foto stark herangezoom). 


Die auch heute noch deutlich vertiefte Oberbrechener Ausfallstraße "Roter Weg" hatte ihren Beginn offenbar als Hohlweg.