Burgruine Waldeck (Lorch)

Die Ruine Waldeck liegt auf einer östlichen Bergnase des Berges Silbergrube, fast schon im Tiefenbachtal (nahe Sauerthal). Es wird vermutet, dass die im Distrikt Schloßwald gelegene Burg Waldeck mit der einst nördlich verlaufenden Grenzbefestigung "Rheingauer Gebück" zusammenhing.

Die folgenden Fotos habe ich im April 2023 gemacht, ganz überwiegend bei jener Tour.

Vom Ort Sauerthal kommend, gelangt man über den Rheinhöhenweg nach Süden gut an die Burgruine. Der Rheinhöhenweg verläuft an ihrer nördlichen Seite durch diesen Graben (die Ruine befindet sich links auf dem Berg).


Da ich keine Ahnung von Burgen habe, halte ich mich mit Beschreibungen zurück.


Das hier erkenne ich aber: Ein Turm!


zwei Türme


ehemaliger Brunnen


Blick über's Tiefenbachtal hinweg zum nördlichen Bereich vom Ranselberg mit Tiefenbacher Hang


Die Anlage war nicht sehr groß, in diesem Bild ist wohl das gesamte Kernstück der einstigen Burg erfasst.


Blick zur Sauerburg (also gab es früher sicher auch strategischen Sichtkontakt zwischen den beiden Anlagen).




Über diesen Steig gelangt man östlich unterhalb der Ruine, bald löst sich der Pfad jedoch auf, und man steht frei im ziemlich steilen Hang mit Blick in's Tiefenbachtal.


Über diesen Weg gelang man südlich am Burgberg in's Tiefenbachtal.

unterwegs im Dotzheimer Wald

- Anfang März '24 -

Startpunkt war die Bushaltestelle Schlossallee in Georgenborn, nahe Friedhof. Im Foto Blick vom Dotzheimer Weg nach Osten, im waldigen Bereich links saftelt sich der Rechtebach zusammen.


Dotzheimer Weg nach Osten


Kleiner Abstecher zur Langwies' bzw. Langwiese; hier fließt der frisch aus dem Rotekreuzkopf-Südhang entquollene Lippbach entlang.


Am mittleren Abschnitt des Dotzheimer Wegs, im Flurstück Eichelgarten, sind mir heute erstmals diese kleinen Quelltümpel aufgefallen.


Etwas weiter unten sickert bzw. fließt das Wasser grad den Dotzheimer Weg entlang - der ist hier natürlich sehr matschig und im Grunde nicht mehr nutzbar. Querliegendes Sturmholz tut sein Übriges dazu. Im Stadtplan noch als Hauptweg eingezeichnet, ist dieser Abschnitt des Dotzheimer Wegs inzwischen eher etwas für Forschende mit Gummistiefeln.


Der Oberlauf des Lippbachs kreuzt den Dotzheimer Weg. Ich bin hier schon einige Male entlang gelaufen, kann mich allerdings nicht daran erinnern, in der Vergangenheit über einen so breiten Wasserlauf hüpfen zu müssen. Für mich geht das Lippbachtal irgendwie südlich der Alten Rheingauer Straße los, aber eigentlich gehört diese Senke zwischen Schnepfenbusch und Eichelgarten bereits dazu.


Dotzheimer Weg, unterer Abschnitt


Von rechts mündet hier der Dotzheimer Weg in die Alte Rheingauer Straße, links hat's die Wiese "Auf der Unter".

War ich bis hier in den Gemarkungen Schlangenbad und Frauenstein unterwegs, geht's nun im Dotzheimer Wald weiter:



Im Lippbachtal mit Blick den Hang vom Hämmereisen hinauf - hier stand vor wenigen Jahren noch ein schöner Fichtenwald.


im Distrikt Hämmereisen mit Blick über's Lippbachtal hinweg zum Flurstück Beilstein


kleiner Schlenker zur Luja-Hütte am Weißen Weg


Im Westhang vom Hämmereisen - heute ist mir aufgefallen, wie segmentiert einzelne Bereiche dieses Distrikts mit verschiedenen Baumarten bepflanzt sind. Gut, mit den Fichten hat's nicht geklappt, es gibt noch einen kleinen Kiefern/Brombeeren-Bestand, oben ist Buchenwald zu sehen, in Richtung Golfplatz dominieren in einem dunklen Eck wieder eher dichtgesetzte Nadelbäume.


Im Gipfelbereich vom Hämmereisen sind verstreut kleine Quarzblöcke zu sehen - durch die Anhöhe zieht sich ein kleiner Quarzgang. Auf alten Karten ist das Flurstück Hämmereisen als Berg eingezeichnet, passend dazu gibt es noch heute einen trigonometrischen Punkt - ein "verschwundener Berg".


Alfred-Schumann-Hütte am Weißen Weg


Blick über den blöden Golfplatz zum Frauensteiner Berg "Spitzer Stein" mit Aussichtsturm


Wasserbehälter bzw. Pumpstation (?) an der Bergnase Fichtenkopf


Ich bin mir nicht sicher, ob ich hier schonmal war - diese Schneise verläuft östlich vom Fichtenkopf zum Dotzheimer Waldfriedhof (der befindet sich rechts auf der Anhöhe).


Parallel zum Weg fließt ein Nebenarm des Weilburger Bachs. Aus den mir vorliegenden Karten geht nicht klar hervor, um welches Flurstück es sich hier handelt - möglicherweise südlicher Bereich Weißer Berg?


Räuberstein (im unteren Weilburger Tal nahe Kappesmühle)


Dotzheimer Steinkopf von der Siedlung Schelmengraben aus herangezoomt


Der Schelmengraben höchstselbst - wenn ich eine für mich neue Stelle entdecke, labere ich schamlos alle möglichen Leute an, ob sie etwas darüber wissen. Zwei Herren berichteten mir von der alten Dotzheimer Ziegelei (der Flurname "Ziegelhütte" und die "Ziegelhüttenstraße" erinnern daran). Dabei waren sie sich sicher, dass dieser große Graben damit zu tun hatte. Im Lidar-Geländescan sieht's allerdings eher nach einem Erosionsphänomen aus (Runse?). Auf der 1819er-Militärkarte ist der Graben bereits eingezeichnet, vielleicht wurde er bald auch mit Wegen versehen.
Ein gelbes stilisiertes "R" am Baum sagt uns, dass hier ein Rheinsteig-Zuweg entlangführt.

oberes Schwarzbachtal (Taunusstein)

Die Fotos für diesen recht komplexen Post sind rein thematisch geordnet, meine Laufroute an dem Tag (Anfang Februar '24) verlief davon abweichend ab Platte über Umwege nach Nordost zum Flurstück Forellenweiher, und dann mit einigem Hin und Her zurück zur Platte.
Das obere Schwarzbachtal, soweit hier besprochen, liegt praktisch komplett im Fürstenrod, und so hängt dieser Artikel eng zusammen mit jenem (und drei Motive von dort habe nochmals fotografiert).

Bei der Recherche zum Fürstenrod haben sich mir drei Themen aufgedrängt:
- Wasserversorgung vom Jagdschloss Platte ab Forellenweiher
- das "Naturschutzgebiet Silberbach, 
Schwarzbach und Fürstenwiese bei Wehen"
- mutmaßliche Naherholungsanlage am Schwarzbach im 19 Jhd.


Im Bereich wo der Schwarzbachweg auf den Trompeterweg trifft, liegt in nordwestlicher Richtung das Flurstück Forellenweiher. Auf einer Karte von 1819 ist das Schwarzbachtal von dort nach Westen bis hinab zur heutigen Platter Straße/B 417 durchgehend als Wiesental dargestellt. Rund 50 Jahre später - das herzogliche Jagdschloss Platte wurde inzwischen erbaut - blieb um den Platter See und talaufwärts noch eine ausgedehnte Wiesenfläche "In der Fürstenrod". 150 Jahre später - also heutzutage - fallen in diesem nun überwiegend bewaldeten Areal neben dem künstlich angelegten Platter See eine nahegelegene Kastanienallee auf. Beides zusammen deute ich als Elemente einer früheren Anlage im Schwarzbachtal zur Naherholung, am ehesten für die Herrschaften, die auf dem Jagdschloss Platte verweilten. Auf einer alten Karte 
"nach E. Eichhorn, Nassauische Annalen 76, 1965, 63 ff." verfügte der Herrenweg noch über ein südliches Stück, welches ab Platte direkt an den heutigen Herrenweg anschloss! Mehr dazu dort!

Bei einem zusammenfassenden Blick auf die Sache - durchgehende Wiesenfläche, Bach und See, Kastanienalle, alles verbunden durch Wege (inkl. "Herrenweg") - entsteht vor meinem inneren Auge gar eine parkartige Landschaft.


Aber zunächst zurück zum "Forellenweiher":
Um "Forellenweiher" ausdrücklich vom Platter See abzugrenzen: Forellenweiher ist ein Flurstück zwischen dem Fürstenrod und der Siedlung Wildpark. Wenn man offenen Auges den oberen Schwarzbachweg (mit blauem "Schmetterling" markiert) ab Trompeterweg hinabläuft, fällt rechts im Buchenwald eine alte Wallanlage und vielleicht auch der gemauerter Stolleneingang auf. Besagte Wallanlage umschließt ein Becken - ich nehme an, das war früher der namensgebende Forellenweiher. Jedenfalls handelt es sich bei dieser Stelle offenbar um das nördlichste Quellgebiet des Schwarzbachs, gelegen am Taunushauptkamm nahe Trompeterberg/Hoher Wald (auf der gegenüberliegenden, östlich abfallenden Seite entspringt die Theißbachquelle).

unterer Wall des mutmaßlichen ehemaligen Forellenweihers


In der Mulde habe ich keinen Forellenweiher, aber drei kleine Tümpel vorgefunden.


Dieser benachbarte Graben knüpft direkt an das Quellgeschehen des Schwarzbachs an und...


... führt an diesem alten Stolleneingang vorbei (der ist bereits dort als mutmaßlicher Fledermausstollen abgebildet).
Der Graben quert den Schwarzbachweg und
ist im LIDAR-Scan auf Windrosen.de über rund drei Kilometer zu verfolgen bis zum ehemaligen Jadgschloss Platte! Auf dem Weg dorthin geht's etwa parallel zum Trompeterweg quer durch den Trinkwasserwald und die große Kahlfläche im Fürstenrod.


Dieses auffällige Endstück des Grabens nahe Platte
habe ich im Blog bereits gezeigt (z.B. dort) - er hat
also seinen Beginn an der Schwarzbachquelle
im Flurstück Forellenweiher und diente
(vermutlich mit Verrohrung) zur Trinkwasserversorung
des Jagdschlosses (Info aus der Revierförsterei)

- das als kleiner Nebenschauplatz.


Nun aber zurück in's obere Schwarzbachtal - ich habe mir im Folgenden einige frei betretbare Stellen rund um den Schwarzbach angeschaut, immer mit der Idee im Kopf, dass es hier vor ~150-200 Jahren offenbar eine "fürstliche Rodung" gab. 


Der obere Bereich des Fürstenrods gehört nicht zum NSG, und ist gut einzusehen vom Schwarzbachweg aus (der ist hier oben auch Teilstück des Rundwegs "Schmetterling").


Ich wollte mich kurz im Wald am oberen Bachlauf des Schwarzbachs umschauen, und bin per Rückegasse hierher gelangt.


Etwas weiter unten im Schwarzbachtal, am oberen Bereich des NSG - es zeigt Züge der Ironie, dass ausgerechnet das Naturschutzgebiet ganz schlimm durch Trockenheit und Borkenkäferbefall in Mitleidenschaft gezogen wurde.


Der Bereich in diesem und dem vorherigen Foto ist auf einer Karte von 1949 und einer Luftaufnahme von ca. 1960 (siehe Geoportal Hessen) noch komplett als Wiese zu erkennen. Das ergab eine größere rasige Fläche zusammen mit...


...dem letzten verbleibenden Wiesenstück der einstigen Freifläche "In der Fürstenrod". Hinten am Wiesenrand verläuft der Schwarzbach.


Direkt daneben hat's die eingangs erwähnte Kastanienallee. Derartig arrangierte Alleen kenne ich am ehesten aus den um 1900 angelegten Kulturlandschaften bei Wiesbaden (z.B. Rundfahrweg am Rabengrund).


Wie passt diese alte Jagdhütte in's historische Bild?


Auch diese Stelle im Schwarzbachtal, am Herrenweg unterhalb der Wiese
"In der Fürstenrod", ist Teil des "um-1960-noch-Wiese"-Areals



Im Naturschutzgebiet am und oberhalb vom Herrenweg dominieren jüngere Kulturen aus Birke und Fichte. Wie wir inzwischen alle wissen, halten unsere Fichtenmonokulturen an vielen Standorten dem Klimawandel kaum stand.


Herrenweg kreuzt Schwarzbachtal.


Ich habe in dieser benachbarten Abteilung bei einer etwa 40 cm dicken, gefällten Fichte die Jahresringe gezählt, und bin auf 75-80 gekommen; demnach stammt dieser Bestand wohl aus den Nachkriegsjahren. 1945 wurde das Jagdschloss Platte zerbombt = herzogliche Flaneure weg, also her mit den Fichten! 


noch intakte Fichten im benachbarten Talkessel


Dieser alte Weg führt in einer Linie mit der Kastanienallee über den Herrenweg hinweg zum Platter See (rund 300 Meter entfernt). Heutzutage ist das Betreten tabu, da Naturschutzgebiet - was wir hier sehen, gilt nicht als offizieller Weg!


An den Platter See bin ich per Abzweig vom Schwarzbachweg gelangt. Genau hier beginnt das NSG, der Weg endet, direkt an's Ufer kommt man nicht mehr. 


Blick in's monoton fichtenbestandene Schwarzbachtal direkt unterhalb vom See - beim Aufnehmen dieses Fotos stand ich grad neben dem NSG-Schild, auch dieser Bereich darf nicht betreten werden.


Vom Rundweg "Schmetterling" führt parallel zur Bundesstraße eine als Reitweg ausgewiesene Schneise im westlichen Fürstenrod zum Schwarzbach, bis auch hier ein NSG-Schild für jeden weiteren Schritt sensibilisert. Zusätzlich ist der Weg zum Bach versperrt.

Von hier sind's noch wenige Kilometer, bis der Schwarzbach in Wehen in die Aar mündet.