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Barbarastollen bei Mudershausen

2025 habe ich bislang drei Wanderungen in Rückershausen an der Aar begonnen. Dabei war ich teils unterwegs in der Verbandsgemeinde Aar-Einrich, Rheinlandpfalz. So auch hier (bei jener Wanderung im Oktober '25) - im Bereich der Grube Zollhaus, gelegen im Wald zwischen Katzenelnbogen und Hahnstätten. 

Der Themenkomplex Grube Zollhaus ist recht umfangreich, und an anderen Stellen im Netz kompetent dargestellt. Damit kann ich selbst nicht dienen. Die Thematik Eisenerzbergbau ist für mich komplett neu. 
Wenn ich recht verstehe, läuft ein umfangreiches Netz aus kleineren Stollen im Barbarastollen zusammen. Von dort wurde das Eisenerz weitertransportiert nach Zollhaus, und dann weiter im Aartal nach Nord oder Süd. In späteren Zeiten spielt hierbei natürlich die Eisenbahn eine entscheidende Rolle. Die ehemalige Trasse der Nastätter Kleinbahn, Abschnitt Barabarastollen nach Zollhaus, ist noch deutlich im Gelände zu erkennen. 

Aus Mudershausen führt nach Norden eine Landstraße Richtung Ziegelhütte (in Privatbesitz). Zwischendrin kommt man an dieser Mauer vorbei, sie war einst Verladerampe für das Eisenerz. Es gibt ein Foto, auf dem im rechten Bereich Güterwaggons stehen, und von der Oberkante der Mauer beladen werden. 


Links an der Mauer gibt es eine Treppe. Die ist nicht gut als Zugang zum Stollenbereich geeignet, wenige Hundert Meter links dahinter gibt es am Feldrand einen bequem begehbaren Fahrweg.


Hinter der Mauer laufen einige Wälle aus dem Stollenbereich auf die Mauer zu. Ich schätze, hier entlang wurden die mit Erz beladenen Loren zur Verladung auf die Kleinbahnwaggons bewegt. 


ehemaliges Trafohaus am Barbarastollen


kleiner Stolleneingang nahe Trafohaus


Laut Google müsste hier eigentlich das Zechenhaus zu sehen sein. Das sehe ich hier nicht. Es sei denn, es befindet sich im Berg, hinter dem gemauerten Eingang. 


Der Stollenmund vom Barbarastollen ist weitgehend verschlossen.


Blick vom Barbarastollen zurück auf die Anlage - von hier wurde per Güterloren das Erz am Trafohaus vorbei zur Verladerampe transportiert. 


Oberhalb des Barbarastollens befinden sich große Runsen, welche dem Walddistrikt seinen Namen gegeben haben: "Die tiefen Gräben". 

Südlich des gezeigten Areals gibt es eine erheblich größere Runse, in der sich wohl der Entwässerungsstollen des Barbarastollens befindet. Ich werde später berichten...

von Rückershausen nach Hahnstätten

- unterwegs Anfang November '25:

Sauerbornswald - Schliembachtal - Barbarastollen - Hohlenfelsbachtal

Das ist vor allem westlicher Hintertaunus, speziell Aartaunus, mit einem Schlenker in den Einrich. 

Startpunkt war die Bushaltestelle in Rückershausen. Am Südzipfel vom Sauerbornswald treffe ich auf einen Weg, welcher Teilstück der Routen Aarway to Heaven, Sprudelweg und Kleiner Pilgerweg ps 96 ist. Zwischendrin, nahe Sportplatz, ergibt sich der Blick in die abgebildete Runse


Besagter Weg verläuft ein Stück rechts die Aar hinab. 


Etwa ab Höhe Johannisbrunnen (siehe unten) habe ich den Sauerbornswald bergan zur östlich angrenzenden Freifläche durchquert.


Runse im östlichen Teil vom Sauerbornswald


Zurück zur Aar ging's teils über den Kleinen Pilgerweg ps 96 (= Psalm 96) und einer mit "B1" bezeichneten lokalen Route. Im Bild der Johannisbrunnen. 

In der Ortschaft Zollhaus überquere ich die Aar und die Aartalbahn Richtung Westen, und bin somit für den Rest der Tour (bis kurz vor Ende) im Einrich unterwegs. 

Im Schliembachtal weiter hinauf Richtung Barbarastollen - in der Bildmitte verläuft diagonal die ehemalige Trasse der Nassauischen Kleinbahn


Blick auf die nördliche Seite des Tals


nochmals die ehemalige Nassauische Kleinbahn, etwa auf Höhe einer Vereinsanlage für Hunde 


Blick auf die benachbarte Freifläche, nördlich von Mudershausen


ähnlich, aber hier mit der Trasse der Nassauischen Kleinbahn im Vordergrund


Dort gibt es Fotos vom Portal zum Barbarastollen mitsamt Umgebung. Bei der heutigen Tour habe ich mir das Runsensystem südlich vom Barbarastollen angeschaut, Distrikt "Die tiefen Gräben". Was im Bild wie ein kegelförmiger Hügel aussieht, ist die Stirnseite eines Erdwalls zwischen zwei Runsengräben. 


In diesem Areal gibt es einige Stolleneingänge, die mit dem weit verzweigten unterirdischen System des Barbarastollens zusammenhängen (wahrscheinlich z.B. der Rösche II-Stollen). 


Ansonsten hat mich hier vor allem die schiere Größe des Runsensystems beeindruckt - wohl das mächtigste und tiefste, welches ich bislang gesehen habe! 


Kurzer Abstecher in den Landgraben - im nördlichen Hang habe ich diesen Stolleneingang erspäht. Weiter allerdings in entgegengesetzter Richtung...


In der Nähe der ehemaligen Ziegelhütte hat's im Hang "In der Oberau" einen alten gemauerten Turm. Wahrscheinlich hängt der ebenfalls mit dem Erzbau im benachbarten Areal zusammen. 


Nach Überqueren der B 274 gab's eine kurze Rast auf einer Bank mit Aussicht auf Burg Schwalbach. Spannender fand ich allerdings das angrenzende Hohlwegbündel = alte Wegrinnen der hier verlaufenden Hessenstraße = eine historische Altstraße.


Im nördlich angrenzenden Flurstück Schloßberg verläuft ein Teilstück der ehemaligen Kleinbahntrasse Richtung Burg Hohlenfels. 


Dieses torbogenartige Bauwerk hat offenbar mit der Burg Hohlenfels zu tun. Ich habe neulich über die Bedeutung dieses Gemäuers gelesen, kann mich allerdings grad nicht mehr an Details erinnern. Die Straße führt zur Burg Hohlenfels. Für mich geht's allerdings rechts weiter durch's Hohlenfelsbachtal nach Hahnstätten. 


Burg Hohlenfels vom Hohlenfelsbachtal herangezoomt


im Hohlenfelsbachtal an der "Brücke mit Durchblick" (Blick zurück zur Burg)


Hohlenfelsbach


Hohlenfelsbachtal


Der Weg rechts das Tal hinab ist Teil irgendeines Waldlehrpfads. Derweil mündet der Hohlenfelsbach in Hahnstätten in die Aar. 

Ich bin durchaus motiviert, die Landschaft um Hahnstätten herum zu erkunden, hatte allerdings bisher stets Pech mit dem Bus - so auch heute. Schlecht organisierter ÖPVN ist schlecht für den lokalen Tourismus. 
Schliembachtal Schliembachtal

Tour zum Landgraben (Einrich)

Startpunkt war Rückershausen, dann weiter:

Sauerbornswald - Schliembachtal - Landgraben - Stollenberg

Beginn und Ende der Wanderung (Okt. '25) verliefen in Hessen, alles weitere liegt in Rheinland-Pfalz.

auf dem Weg zum Sauerbornswald mit Blick zurück auf die evangelische Kirche Rückershausen


Weiter ging's auf der lokalen Route "kleiner Pilgerpfad" (PS96 = Psalm 96) bei Rückershausen mit Blick über das Aartal: Hier sind oben links zu sehen die Randbereiche von Galgenkopf (Ein) und oben rechts der Sandkopf, mit den östlich davorgeschobenen Waldarealen - genau dort war ich bei jener Wanderung unterwegs. 


Der Sog des unbekannten Weges, hier im Sauerbornswald... das sieht einladend aus, ich gehe aber in die entgegengesetzte Richtung zur Siedlung Zollhaus. 


Unterwegs schaue ich mir den Johannisbrunnen an (immer noch im Sauerbornswald). Die benachbarte alte Römerquelle ist zwar etwas "legendärer", dabei aber auch ungleich hässlicher. 

Mit dem Überqueren der Aar von Ost nach West wechsele ich in die Landschaft namens Einrich

Aartalbahn in der Ortschaft Zollhaus - leider etwas weit entfernt von Wiesbaden, sonst wäre ich wohl gelegentlicher Gast im Kulturzentrum "Kreml" (wie sich der "Klang" so eines Namens verändern kann...).
Wieso wird die Aartalbahn eigentlich nicht wieder reaktiviert? Das wäre echt klasse!! 


Im unteren Schliembachtal bergan Richtung Barbarastollen - ich habe auf diesem Weg einen Einheimischen angelabert nach historischen Infos zum Ort. Er konnte mir sagen, dass "irgendwo hier" im Tal die Trasse der ehemaligen Nassauischen Kleinbahn verlief. Ich bekam beim Weiterlaufen recht schnell den Eindruck, dass die rechts im Bild sichtbare abgesetzte Parallelspur die alte Bahntrasse sein könnte - und das wurde bald eindeutig! 


auf der ehemaligen Bahntrasse mit Blick zurück talabwärts


Einige hundert Meter unterhalb des Barbarastollens bekam die Nassauische Kleinbahn - hier durch Freifläche verlaufend - einen aufgeschütteten Wall als Trasse. Dieser Teilabschnitt der Bahn konnte genutzt werden, um abgebaute Erze vom Barbarastollen zum Umschlagsplatz Zollhaus zu transportieren. 


Heute schaue ich mir nicht den Barbarastollen an, sondern nehme den unteren Einstieg, vorbei an der alten Ziegelei, in den Landgraben (= oberes Schliembachtal).


Eine Runse trifft vom Wickenstück kommend auf den Landgraben. 


Bei diesem finsteren Gemäuer handelt es sich um eine Verladerampe für Kalkstein - der wurde einst im darüberliegenden Distrikt Dachskaute abgebaut.


In unmittelbarer Nähe kreuzen die Routen Europäischer Fernwanderweg E1 und "schwarzer Keil" den Landgraben. Mal schauen, wo's da umher geht. 


An der Aussichts-Hütte "Oben in den Rödern" (so der Flurname) hat's eine gute Panorama-Fernsicht. Das Bild zeigt stark herangezoomt den Berg Kuhbett (im Pferdskopf-Taunus).


An der Zöller's Ruh (auf dem Stollenberg bei Bonscheuer) mit herangezoomtem Mensfelder Kopf; im Vordergrund sind Häuser von Mudershausen zu sehen. 


Blick zurück zum Stollenberg; die Zöller's Ruh ist als weißer Punkt (= weiße Bank) neben dem Hochsitz zu sehen. 


Das freie Feld zwischen Mudershausen und Rückershausen ist an sich ein bisschen langweilig, dafür ist die Aussicht von dort um so besser: Im Bildzentrum haben wir den etwa 32 km östlich entfernten Großen Feldberg

Tour mit Barbarastollen und Landgraben (Einrich)

Im Landgraben war ich erstmals bei jener Wanderung, und hatte nach dem nur kurzen Abstecher dorthin direkt den Eindruck: Das ist eine echt besondere Ecke im Taunus! 

Die Hauptstationen bei dieser Wanderung Anfang Oktober 2025 waren:

Rückershausen - Mudershausen - Barabarastollen
 - Landgraben - Maiblumenlai - Sandkopf

(also westlicher Hintertaunus, Katzenelnbogener Hochfläche, Einrich)

Ab Rückershausen bin ich zunächst die Aarstraße Richtung Norden gelaufen. Nach rund 400 Metern ging's links auf einen Wirtschaftsweg, in den drei Runsen münden: Wehrgraben, Dachsgraben und Doppelgraben.  

im Doppelgraben


Blick von der benachbarten Wiese über das Aartal hinweg zum Sauerbornswald


Kleines Tal südöstlich an Mudershausen angrenzend - soweit ich weiß, hat es keinen Namen, und es fließt kein Bach dort. 


Eingangsbereich Barbarastollen = größter und zentraler Stollen der Grube Zollhaus. Einen Ableger mit weiteren Fotos dazu hat's dort. Rechts im Hintergrund zieht sich eine große Runse den Hang hinauf. 


Der Walddistrikt heißt passend "Die tiefen Gräben" (südlich angrenzend gibt es noch ein erheblich größeres Runsensystem!). 


Am Feldrand in der Nähe des Friedhofs Mudershausen: Hier etwa müsste sich ein Hügelgrab befinden. 


Weiter ging's durch's Wickenstück nach Norden zum Landgraben = oberer Teil vom Schliembachtal


Obskures Bauwerk im mittleren Landgraben. Auf Mudershausen.de, Abteilung "wieso, weshalb, warum", sehe ich im Artikel über Kalksteinabbau im Landgraben ein Foto, welches dieses Bauwerk zeigt. Dort wird es als Sturzrampe beschrieben, über welche abgebauter Kalkstein zum Weitertransport verladen wurde. 
Um dieses Areal besser zu "verstehen", muss man offenbar in die Historie einsteigen. Hier gibt es eine eigentümliche Sehenswürdigkeit neben der nächsten... 


... so z.B. direkt gegenüber eine große Übertage-Grube, hier der Eingang. 


Die Karte auf "ich-geh-wandern.de" verzeichnet in dieser Grube eine "Schluchthöhle". Noch weiß ich nicht, wo genau diese Höhle sich hier befindet.


Rund 300 Meter den Landgraben hinauf, hat's eine zweite mächtige Übertage-Grube. Diese ist etwas kleiner, und hat, soweit ich sehe, keinen direkten Zugang. Ich finde das alles hier ziemlich spannend! :o)


Weiter bergan im Landgraben am Oberlauf des Schliembachs


Im Bereich Maiblumenlai fallen weitere Geländeverformungen auf - im Bild z.B. so etwas wie ein Hohlweg. Das Stollennetz der Grube Zollhaus zieht sich bis hier oben hin (und weiter noch bis unter Allendorf), es gibt um die Maiblumenlai herum einige ehemalige Stolleneingänge. 


Maiblumenlai


Vom Sportplatz Allendorf/Berghausen führt der Sprudelweg zum... 


... Sandkopf (Einrich), hier am Gipfelbereich.


Auf dem Weg zur K 55 (nach Allendorf zur Buslinie 275) ist mir dieser Hügel am Randbereich vom Sandkopf aufgefallen. Laut Lidar-Scan ist das eindeutig ein Hügelgrab, aber in keiner mir bekannten Karte als solches eingezeichnet. 

Ich bin bisweilen ein ziemlicher "Waldpurist", der am liebsten Natur ohne offensichtlich erkennbare menschliche Eingriffe erlebt. Aber oft ist es doch gerade die Kombination aus Kulturgeschichte und Naturlandschaft, von der eine starke Faszination ausgeht. Im Waldbereich zwischen Katzenelnbogen, Hahnstätten und Rückershausen gibt es für mich noch vieles zu entdecken - schade, dass es so weit von meiner "homebase" Wiesbaden entfernt ist.